Aus zwei aufschlussreichen Gesprächsrunden mit VertreterInnen verschiedener Einrichtungen in Gostenhof „Deutsch im Kindergarten I und II“ zieht die SPD Gostenhof folgendes Resumee:



  1. Sprachkompetenz ist nicht nur Voraussetzung für eine erfolgreiche schulische und berufliche Bildung, sondern auch ein Schlüssel für Selbstvertrauen und soziale Kompetenz.
    1. Defizite beim Spracherwerb stellen wir nicht nur bei Migrantenkindern, sondern auch bei deutschen Familien fest; Bei den Migranten verstärkt sich die Problematik, da „nur wer eine Sprache beherrscht, eine weitere lernen kann“.
    2. Da wir Familien nicht zwingen können, z.B. den Fernseher beim Essen auszuschalten und sich gegenseitig zu erzählen, wie ihr Tag war – falls sie überhaupt eine gemeinsame Mahlzeit einnehmen ( vgl. Gesundheitsbericht Gostenhof)- ; da wir Eltern schon gar nicht zwingen können, ihren Kindern regelmäßig vorzulesen, mit ihnen zu singen…, müssen wir frühzeitig und breit Angebote zum Spracherwerb bereitstellen.
  2. Das Engagement des städtischen Jugendamtes, bes. glaubwürdig vertreten in der Person des Regionalleiters Kitas West, Herrn Knerr, halten wir für wegweisend und unterstützen es. D.h.
    1. Trotz aller Sparzwänge muss in jedem Fall der Status quo der Modellerprobung erhalten bleiben.
    2. Die laufenden Modelle müssen bekannter gemacht und ausgeweitet werden, freie Träger sollen sich anschließen. Alle Einrichtungen in Gostenhof sollen „mit ins Boot“ genommen werden“.
  3. Die SPD Gostenhof wird sich dafür stark machen, dass mittelfristig die Rahmenbedingungen verbessert werden:
    1. Die Angebote für unter 3-Jährige und die Anzahl der Hortplätze müssen erweitert werden.
    2. Mehr Kinder ab 3 Jahren, besonders aus nicht muttersprachlich deutschen Familien sollen in Gostenhof die Kindergärten besuchen.
    3. Die Verteilung der ethnischen Gruppen und der Sprachkompetenzen muss gelenkt werden ( vgl. Aufnahmegespräche bei MOMO ): Keine Nicht-Deutsche-Sprachgruppe darf in einer Kindergartengruppe dominieren; viele Nationen im ausgewogenen Miteinander sind erfahrungsgemäß kein Hemmnis für Spracherwerb.
    4. Die Unsicherheit und Angst der Eltern vor dem Umgang mit den Einrichtungen muss durch bessere Öffentlichkeitsarbeit, gezielte Elternbetreuung und positive Mundpropaganda abgebaut werden. Dazu können auch die ausländischen Vereine beitragen.
    5. Die städtischen Schlüsselzahlen für die Vollversorgung müssen dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Dazu brauchen wir zunächst zuverlässiges Zahlenmaterial und eine genaue Bedarfserhebung; beides soll durch die Verwaltung erstellt werden.
    6. Ausbildung und Fortbildung von ErzieherInnen, SozialpädogogInnen und KinderpflegerInnen müssen verstärkt auf die Arbeit an Sprachintegration, auf spezielle Elternarbeit und auf das Zusammenwirken mit Ehrenamtlichen in den Einrichtungen vorbereiten. Dazu wird die SPD-Gostenhof Gespräche mit der Fachakademie und der Fachhochschule führen.

Die SPD-Gostenhof wird durch entsprechende Anträge und Anregungen an die Stadtratsfraktion auch längerfristig an der Aufarbeitung dieser Vorhaben mitwirken.

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