Die elektronischen Infoscreen Schau- und Werbetafeln in den Nürnberger U-Bahnhöfen sind an sich eine gute Sache – wenn denn auch die Inhalte stimmen. Bei manchem sinnentleerten „Sinnspruch“ fragt man sich als denkender aufgeklärter Mensch im 21. Jahrhundert jedoch, aus welchem reaktionären Fundus sich die Betreiber wohl bedienen; wir meinen: Auch bei einer möglicherweise eher beiläufigen Präsentation derartiger Bonmots in der Öffentlichkeit sollte man sich vorher ein paar Gedanken über deren Wirkung machen. Christian Gabriel hat daher eine Anfrage an die zuständige Infoscreen GmbH gerichtet…

An die
infoscreen GmbH
z. H. Frau Koch

Sehr geehrte Frau Koch!

Wie schon gestern telefonisch besprochen, hat mich der Umstand irritiert, daß in den Nürnberger U-Bahnhöfen am 9.9.2003 auf Ihren Schau- und Werbe-Screens ständig ein 'Sinnspruch' von Hans Söhnker präsentiert wurde, der dem Sinn nach so lautet:

'Von Frauen kann man alles erwarten, nur nicht das Wahrscheinlichste.'

Hierzu die folgenden Fragen:

  1. Haben Sie die frauenfeindliche Tendenz dieses Satzes nicht bemerkt?
  2. Wenn Sie – wovon ich ausgehe – keine frauenfeindlichen  Intentionen ausdrücken wollten, was wollten Sie denn dann  – 'augenzwinkernd', wie Sie sich gestern telefonisch mir gegenüber geäußert hatten – mit dem Spruch zum Ausdruck bringen?
  3. Sind Sie sich der gesellschaftlichen Funktion der von Ihnen gezeigten Äußerungen bewußt, und werden Sie der entsprechenden Verantwortung gerecht?
  4. Sind Sie bereit, die Art und Weise der Auswahl der 'Sinnsprüche' im öffentlichen Raum in irgendeiner Form zu diskutieren?

Über eine baldige Beantwortung Ihrer Fragen bin ich Ihnen
im Namen der SPD Gostenhof sehr dankbar.


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Christian Gabriel

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