Frau Kristina Koch, Programmleiterin der INFOSCREEN GmbH, hat freundlicherweise umgehend auf unsere Fragen reagiert und bezieht deutlich Stellung zur Kritik unseres OV-Mitglieds Dr. Christian Gabriel (siehe „Frauenfeindliche Pausenfüller?“ vom 10.09.2003). Offenbar liegt die Kritikwürdigkeit des fraglichen Hans-Söhnker-Zitats vor allem auch im Auge des Betrachters…

Die folgende E-Mail von Frau Koch an Herrn Dr. Gabriel erreichte uns am 10.9.2003:

Sehr geehrter Herr Dr. Gabriel,

in unserem Telefonat haben Sie Ihre Betroffenheit über das auf INFOSCREEN gezeigte Zitat, „Bei einer Frau muss man sich auf alles gefasst machen, außer auf das Wahrscheinlichste“(Hans Söhnker)zum Ausdruck gebracht und uns im Anschluss eine Mail zukommen lassen, in dem Sie verschiedene Fragen stellen.

Wir nehmen hierzu Stellung:

zu Frage 1:

Wir räumen ein, dass das Zitat frauenfeindlich gesehen werden kann, wenn man dies will. Es kann aber ebenso als ausgesprochen frauenfreundlich gesehen werden, denn beispielsweise kann bei eine Problemlösung die wahrscheinliche Lösung unoriginell und wenig effektiv sein. Unter einem positiven Blickwinkel gesehen, unterstreicht das Zitat den Facettenreichtum einer Frau. Vielleicht ist es Ausdruck männlicher Unoriginalität, wenn das Zitat nur aus dem negativen Blickwinkel gesehen wird. Auch dies vermerken wir an dieser Stelle mit einem Augenzwinkern.


zu Frage 2:

Unsere Intention ist es, unsere Zuschauer zu unterhalten und mit kurzen Informationen zu versorgen. Natürlich wollen wir die Zuschauer nicht zu Lasten der Frauen unterhalten. Aber der sicherlich liebevoll gemeinte Ausspruch eines alten Hamburger Charmeurs geht aus unserer Sicht, und das ist insbesondere die Sicht der weiblichen Mitarbeiter der INFOSCREEN-Redaktion, nicht zu Lasten der Frauen.


zu Frage 3:

Wenn Sie sich mit unserem Programm genauer befassen, und nicht nur einen einzelnen Spruch herausgreifen, werden Sie feststellen, dass wir unsere Programminhalte verantwortungsvoll auswählen. Wir sind überzeugt, dass ein wie in Punkt 1 interpretierbares Hans Söhnker-Zitat kaum zur gesellschaftlichen Meinungsbildung beiträgt oder gar Handlungsrelevanz entfaltet.


zu Frage 4:

Die Antwort lautet ganz eindeutig Nein. Begründung: Es gibt aus unserer Sicht wichtigere Dinge, mit denen wir uns in diesen Zeiten beschäftigen müssen. Eine öffentliche Diskussion anlässlich dieses Zitats halten wir für überzogen. Und wir gehen davon aus, dass Sie uns nicht in eine solche Diskussion hineinziehen wollen.

Die weiblichen Mitarbeiter der Redaktion der Firma INFOSCREEN erlauben sich an dieser Stelle zu bemerken, dass Sie aus ihrer Sicht mit Ihrer Kritik an dem genannten Zitat den falschen Ansatzpunkt wählen, um sich für die Interessen der Frauen stark zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Kristina Koch
Programmleitung – Content Director

Bianca Gammel
Elfi Schön
Anke Freyschmidt
Vanessa Maiworm
Daniela Mohr
Daniela Schloderer

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