Eine einheitliche europäische Versicherungskarte wird ab 1. Juni bei Reisen innerhalb der EU den Zugang zur Gesundheitsversorgung deutlich erleichtern. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel Ende März wurde die Einführung der Karte als „greifbares Ergebnis einer EU-Initiative, die den Bürgern konkrete praktische Vorteile bringt“ begrüßt.

Die personenbezogene Versicherungskarte wird zunächst die „Bescheinigung über den Sachleistungsanspruch während eines vorübergehenden Aufenthaltes in einem Mitgliedstaat“, kurz Formular E 111, ersetzen. Langfristig soll sie alle bestehenden Vordrucke ersetzen, die bei einem vorübergehenden Aufenthalt im EU-Ausland den Anspruch auf medizinische Leistungen begründet. Auf Vorlage der Karte kann sofort die ärztliche Behandlung erfolgen. Die mit den Vordrucken verbundenen bürokratischen Verfahren werden stark verkürzt und vereinfacht, und die Kostenerstattung beschleunigt.

Anspruch hat jeder, der bei einem sozialen Sicherungssystem eines EU-Landes versichert ist und Anspruch auf Behandlung in diesem Land hat.

Wichtig: Die Karte gilt nur für unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung (z.B. bei einem gebrochenen Bein, einem kranken Zahn etc., oder für fortlaufende Versorgung bei schweren chronischen Erkrankungen wie Diabetes). Sie gilt nicht für Personen, die sich aus bestimmten Gründen für eine Behandlung in einem anderen Mitgliedstaat entscheiden. Eine solche Behandlung kann nach wie vor nur nach Zustimmung des Versicherungsträgers des Betroffenen erfolgen.

Folgende Länder beabsichtigen, die Karte zum 1. Juni einzuführen: Belgien, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Deutschland, Griechenland, Irland, Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen, Estland und Slowenien.

Einige Mitgliedstaaten, hauptsächlich solche ohne eigene nationale Krankenversicherungskarte, werden eine Übergangszeit bis Ende 2005 zur Einführung der Karte in Anspruch nehmen.

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: