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„Kinder sind in Gostenhof gut aufgehoben, weil sich zahlreiche Menschen und Einrichtungen für sie engagieren. Jetzt muss die Politik für die notwendigen Rahmenbedingungen sorgen, damit dieses Engagement nicht ins Leere läuft.“ –
so fasste der Landtagskandidat Jonas Lanig die Ergebnisse einer Anhörung zusammen, zu der die SPD ins Nachbarschaftshaus Gostenhof eingeladen hatte.
Thema der Anhörung war die Lage der Kinder im Stadtteil. Und dabei erfuhren die Teilnehmer aus berufenem Munde, welche Probleme den Alltag dieser Kinder belasten und was getan werden müsste, damit sie nicht von vorneherein abgehängt werden.

So berichtete die Leiterin des Kindergartens St. Anton, dass ihre Einrichtung für viele ausländische Eltern oft die einzige Anlaufstation ist, wenn es einen Antrag zu stellen oder ein Formular auszufüllen gibt. In einem multikulturell geprägten Stadtteil muss eine Erzieherin viel Gemeinwesenarbeit leisten – auch wenn das zu Lasten ihrer Kernaufgaben geht. Für Jonas Lanig ist deshalb klar, dass die Finanzierung der Kindertagesstätten neu geregelt werden muss. Er will sich im Landtag dafür einsetzen, dass die Kinder aus Migrantenfamilien bei der Personalbezuschussung künftig doppelt gezählt werden.

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Die Konrektorin einer Grundschule machte darauf aufmerksam, dass sprachliche Förderprogramme bisher ausschließlich für ausländische Kinder angeboten werden; nach ihren Beobachtungen hätten aber auch viele deutsche Kinder eine solche Förderung nötig. Auch hier müsste die Politik endlich handeln. Einig war man sich darin, dass den Familien in Gostenhof Bedingungen wie in Rheinland-Pfalz zu wünschen wären: Dort wird bis zum Jahr 2010 der Besuch eines Kindergartens grundsätzlich kostenfrei sein. Und zwei Jahre später wird jedes Kind Anspruch auf einen Krippenplatz haben.

Die Leiterin der Stadtteilbibliothek konnte von ihrer engen Zusammenarbeit mit den Schulen in Gostenhof berichten. Hier wird ein wichtiger Beitrag zur Leseförderung geleistet – gerade auch für solche Kinder, in deren Elternhaus sich kein einziges Buch befindet. Als Landtagskandidat kündigte Jonas Lanig an, dass das Engagement solcher außerschulischer Lernorte künftig auch finanziell honoriert werden müsse. So sehr es zu begrüßen sei, dass sich Museum, Stadtbibliothek und Tiergarten mit pädagogisch sinnvollen Angeboten an die Schulen wendeten – diese dürften nicht zum Nulltarif arbeiten.

Um dringend benötigte Gelder ging es auch den Vertretern des Förderzentrums Sielstraße. Sie konnten von kontaminierten Kellerräumen und von einem maroden Mobiliar berichten und mahnten in diesem Zusammenhang eine Grundsanierung der Schulen im Stadtteil an. Als Mitglieder des Nürnberger Stadtrates kennen Gabriela Heinrich und Theo Agathagelidis solche Klage nur allzu gut. Sie konnten darauf verweisen, dass hier die Stadt Nürnberg erheblich mehr investieren könnte, wenn ihr der Freistaat Bayern bei der Finanzierung ihres kommunalen Schulwesens entgegen käme. Jonas Lanig sieht auch hier den Bayerischen Landtag gefordert: „Die Schulfinanzierung in Bayern muss endlich vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Hier brauchen wir endlich eine Gleichbehandlung von kommunalen und von privaten Schulen. Sonst bleibt den großen Städten überhaupt kein Gestaltungsspielraum mehr.“

Schließlich beschrieben zahlreiche Eltern, wie stark der Auslesedruck die Situation an den Grundschulen belastet: Durch die viel zu frühe Aufteilung der Kinder auf die weiterführenden Schulen gehe die Freude am Lernen bald wieder verloren. Weil ihnen der Weg auf die Realschule oder auf das Gymnasium verwehrt werde, fühlten sich gerade in Gostenhof viele Kinder auf ein Abstellgleis gestellt, das ihren weiteren Lebensweg präge. Bezeichnenderweise nennt das von der Bayerischen Staatregierung in Auftrag gegebene „Bürgergutachten“ als wichtigste Forderung überhaupt ein längeres gemeinsames Lernen – ein Anliegen, das gerade vielen Familien in Gostenhof neue Perspektiven eröffnen könnte.
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Mit diesem Stadtteil-Hearing präsentierte sich die SPD in Gostenhof als eine politische Kraft, die zuhören kann und der die Nachbarn im Stadtteil kompetente Antworten zu erwarten haben. Oder, wie es der SPD-Kandidat Jonas Lanig formulierte: „Wir sind da, wo die Menschen der Schuh drückt.“

Theo Agathagelidis

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