Nürnberger NachrichtenNürnberger Nachrichten vom 16. Dezember 2009: Lohnt sich ein Markt auf dem Bauernplatz? – Der SPD-Ortsverein und einige Anwohner glauben ja – Nur Platz für wenige Stände – Chef des Marktamtes ist jedoch skeptisch

NÜRNBERG/GOSTENHOF – Ein Bauernmarkt für Gostenhof – von dieser Idee ist der dortige SPD-Ortsverein sehr angetan. Mit Anwohnern, Händlern und dem Leiter des Marktamtes diskutierte man Möglichkeiten und Hindernisse des Projekts.

Offiziell gibt es den Bauernplatz gar nicht und dennoch existiert er: Ein kleiner Platz am Ende der Gostenhofer Hauptstraße, an der Kreuzung der Bauerngasse mit der Knauerstraße, wird von den Anwohnern so genannt. Dort könne er sich gut einen kleinen Bauernmarkt vorstellen, meint Joachim Breuninger, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Gostenhof. So ein Wochenmarkt mit regionalen Produkten könne beispielsweise samstagmorgens stattfinden.

Verkehr einschränken

Allerdings möchten die Politiker und Anwohner mehr als nur Obst und Gemüse: Der Bauernplatz ist ein Verkehrspolitikum, wird er doch allzu oft als Schleichweg in die Innenstadt benutzt. Einige Gostenhofer sind der Überzeugung, dass ein Markt helfen würde, den Verkehr einzudämmen – ohne erhobenen Zeigefinger.

Ein Markt mit positiven Begleiterscheinungen? Helmut Nordhardt, Leiter des Marktamtes, warnt vor falschen Vorstellungen: «Man darf so ein Märktlein nicht mit Aufgaben überfrachten.» Zudem habe er die Erfahrung gemacht, dass in anderen Stadtteilen solch kleine Märkte nicht gut angenommen werden. «Man muss die Sache realistisch angehen.»

Kaum Nachfrage nach Standplätzen

Was ein Markt brauche, seien nun mal Händler, mahnt Nordhardt. Doch Nachfrage nach Standplätzen sei derzeit sogar für den Hauptmarkt kaum vorhanden, es könne also für den Bauernplatz schwierig werden. Zumal es gleich in der Nähe türkische und griechische Läden gibt, die frisches Obst und Gemüse anbieten.

Doch der Wille in den Reihen der Befürworter ist ungebrochen: «Wir haben mit möglichen Händlern im Stadtteil gesprochen und eine sehr positive Resonanz bekommen», sagt Ise Jelden vom SPD-Ortsverein. Auch Udo Kloos, Galerist am Bauernplatz, ist von der Idee überzeugt: «Es gibt hier zwar ein großes Angebot an Obst und Gemüse, aber was fehlt, sind Fleisch, Wurst und Brot».

Doch die Aussichten sind alles andere als rosig. Die Idee für einen Markt auf dem Bauernplatz ist nämlich nicht neu. Bereits vor zwanzig Jahren sei ein solches Projekt im Gespräch gewesen, doch war damals das Interesse der Händler zu gering, berichtet eine Anwohnerin. Eine andere weist darauf hin, dass auch vor vier Jahren nochmals versucht worden sei, über die Agenda 21 einen Markt zu etablieren – erfolglos.

«Ein gutes Gefühl»

Davon wollen sich aber Händler, SPD und Anwohner nicht entmutigen lassen. «Ich habe bei der Sache ein gutes Gefühl. Und ein kaufkräftiges Klientel ist auch in Gostenhof vorhanden», ist sich Bräuninger sicher.

Zudem würde man auf dem Platz offiziell auch gar keinen «Markt» etablieren, denn Voraussetzung dafür sind mindestens zwölf Stände. «Hier passen aber nur zwei Wagen, maximal drei hin», erklärt Nordhardt. Die SPD will nun mit dem Liegenschaftsamt klären, was auf dem Platz überhaupt geht.

Gleichzeitig wollen die Sozis weiter nach Anbietern suchen. Sind die gefunden, wird zu entscheiden sein, ob man eine Sondernutzungserlaubnis beantragt. Ein denkbarer Termin dafür wäre das Frühjahr.

Nicole Hinz
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