Vor einigen Tagen hat die VAG ihr angedachtes Stadttarifmodell vorgestellt. Es stellt drastische Erhöhungen von ca. 30 Prozent bei allen Kartenmodellen innerhalb eines Zeitraumes von 2012 bis 2015 in Aussicht. Begründet wird dies mit einem strukturellen Defizit und Kürzungen von Bundes- als auch Landesmitteln für den öffentlichen Nahverkehr.

Die SPD Gostenhof stellt fest, dass das Angebot der VAG im Stadtgebiet gut ist und auch stetig Verbesserungen in verschiedensten Bereichen erfahren hat, wie etwa beim Fahrgastinformationssystem, bei Fuhrparkerneuerungen und anderem. Die Akzeptanz und der Nutzen von einem guten öffentlichen Nahverkehrssystem werden durch steigende Fahrgastzahlen in den letzten Jahren auch und gerade im Stadtgebiet deutlich.

Die Argumentation der VAG, dass interne Sparanstrengungen an ihre Grenzen gestoßen sind und im Vergleich zu anderen Großstädten die Tarife eher niedriger sind, nehmen wir zur Kenntnis. Weitergehende Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VAG, die Tag für Tag nahezu rund um die Uhr im Schichtbetrieb arbeiten, lehnen wir ab. Eine Reduzierung des Angebotes kann auch nicht Ziel eines zukunftsorientierten ÖPNV sein.

Die SPD Gostenhof fordert daher alle politisch Verantwortlichen in Bund und Land auf, Kürzungen der finanziellen Ausstattung des kommunalen Nahverkehrssystems zurückzunehmen. Das vermehrte Umsteigen vom Auto auf Busse und Bahnen, welches durch mehr Kunden dann auch mehr Einnahmen generiert, muss prioritäres Ziel einer zukunftsorientierten Politik der Mobilität in den Städten sein. Wir fordern weiter eine breite Teilhabe am gesellschaftlichen Fortschritt für alle Menschen in unserer Stadt. Wir haben die Sorge, dass Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, sich diese finanziell nicht mehr leisten könnten. Modelle, die eine sozial abgefederte Umsetzung von Tarifanpassungen zum Ziel haben, begrüßen wir sehr. Wir fordern daher vor allem den Stadtrat auf, für einen gerechten sozialen Ausgleich zu sorgen.

 

 

 

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Jens Kleinsteuber

Sehr geehrte Damen und Herren,

gehe ich Recht in der Annahme,dass Sie dies alles nur zur Kenntnis nehmen und eine Aufforderung an den Stadtrat stellen?

Wir müssen auf die Straße gehen und der VAG zeigen,dass sie nicht so einfach innerhalb von 3 Jahren die Fahrpreise um 30 % erhöhen kann. Haben Sie mal berechnet, was eine normale Fahrt dann kosten wird?

Ich kann und werde mich damit nicht zufrieden geben und engagiere mich in einer Gruppe dagegen!

Gaby Oheimer

Hat eigentlich schon jemand untersucht, in wie weit die Crossborder-Leasing-Verträge und die Gewinnerwartungen der amerikanischen Aktionäre die Bilanz der VAG drücken? Bis vor sieben Jahren stand jedem Haushalt mit geringem EK unter ca 1000.– Euro bei Singles (entspr. 8,50 Euro/Std.!) eine ermäßigte Monatskarte ODER, für einzelne Fahrten, der Kinderfahrschein für den Erwachsenen zur Verfügung. Keine Zuschüsse, weil Kasse Leer? Was zahlt eigentlich die Stadt für die verspätete Fertigstellung der fahrerlosen U-Bahn? Sie hat doch für das Projekt gebürgt?

Gaby Oheimer

Nachtrag: Es ist Zeit für eine Aktion „Roter Punkt“. Wann und wo treffen wir uns für unsere Volks-Verkehrsmittel?